Mario Fiedler

Mario Fiedler

Humanistisches Menschenbild/Systemisches Rollenverständnis

Ich bin in meiner beruflichen Grundhaltung von meinem Quellberuf als Sozialarbeiter geprägt. Dabei steht in erster Linie ein humanistisches Menschenbild und (familien-) systemisches Rollenbild im Vordergrund. Der humanistische Ansatz besagt in erster Linie, dass in jedem Menschen ein guter Kern steckt und ein kreatives Potential schlummert. Mein systemischer Hintergrund kommt vom Ausbildungsschwerpunkt Familie und Kindeswohl, welches ein  Kernbereich der klassischen Sozialarbeit ist. Die systemische Grundhaltung wird in der Supervision für mich dahingehend erweitert, dass in jeder Form menschlicher Zusammenkunft gewachsene Systeme aufeinandertreffen und neue Systeme bilden.

Allparteilichkeit/Neutralität

Im Sinne des Systemansatzes ist es für mich als Supervisor und Coach wesentlich, eine neutrale  Position im Sinne der Allparteilichkeit einzunehmen. Es ist mir bewusst, dass es eine völlige Neutralität nicht gibt, da jeder Mensch aus seiner Geschichte heraus Erfahrungen gemacht, Werte und Sympathien entwickelt hat. Mit Neutralität und Allparteilichkeit meine ich die grundlegende Haltung, dass jedes Teammitglied als gleichwertig angesehen und jede Abweichung davon transparent gemacht wird. Dabei geht es für mich darum, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, um auch schwierige Arbeitssituation möglichst produktiv und unmittelbar zu bearbeiten.

Empathie/Wertschätzung/Neugierde

Eines der wesentlichsten Dinge für einen gelingenden Supervisionsprozess ist und bleibt trotz aller Vielfalt an Methoden, Techniken und Übungen die Eigenschaft der Einfühlsamkeit, der Empathie. Um in der jeweiligen Situation die richtige Intervention treffen zu können, braucht es ein tiefgreifendes Verständnis, wie es der Person bzw. dem Team gerade geht. Aus dieser Erfahrung heraus hat für mich Empathie einen sehr hohen Stellenwert.

Eine weitere wesentliche Eigenschaft in der Beratungsarbeit ist eine ernstgemeinte Wertschätzung. Gerade in einer Arbeitswelt, in der Leistung selbstverständlich ist, bleibt oft der Raum und die Zeit für eine wertschätzende Begegnung auf der Strecke. Darum sind Personen sehr wichtig, die ihr Augenmerk darauf legen können. Ich erlebe es immer wieder, dass ausschließlich in der Supervision und im Coaching Raum für diesen Teil der positiven Bewertung ist.

Zu guter Letzt möchte ich noch ein gesundes Maß an Neugierde in die Liste der Haltungen aufnehmen. In meiner beruflichen Erfahrung als Supervisor habe ich gemerkt, dass jedes vorgefertigte Bild von einer Situation sehr oft ein aneinander Vorbeireden bewirkt hat. In diesem Fall musste ich wieder ein paar Schritte zurückrudern und wieder von vorne starten. Es hat sich daher für mich bewährt, möglichst Alles zu erfragen und möglichst Nichts schon zu wissen. Somit startet jede Supervision und jede Coachingeinheit mit einem leeren Blatt und viel Neugierde.